Logo Innovationsbericht Ministerium für Wirtschaft, Innovagtion, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen Logo

Schwerpunkte

Status und Mobilität von Humankapital

Das Hochschulsystem ist in Nordrhein-Westfalen im Ländervergleich für Berufstätige durchlässig und der Bildungszugang für benachteiligte Gruppen hat sich insgesamt verbessert. Jedoch zeigen wichtige Indikatoren (Anteil der Beschäftigten ohne Berufsabschluss und enger Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg), dass bildungsferne Schichten durch die Auswirkungen des technischen Fortschritts abgehängt werden könnten.

Nach Erkenntnissen des IAB besteht in den kommenden Jahren deutschlandweit für 25% der Berufstätigen die Gefahr, durch Computertechnik verdrängt zu werden (Schaubild 16). Ob sie gefährdet sind, hängt vor allem von den Tätigkeitsschwerpunkten der Beschäftigten ab. Mit 26% ist der Anteil der gefährdeten Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen leicht überdurchschnittlich.

Schaubild 16: Anteile der Beschäftigten mit hohem Substituierbarkeitspotenzial durch Digitalisierung 2016, in %

Anteile der Beschäftigten mit hohem Substituierbarkeitspotenzial durch Digitalisierung 2016, in %

Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben des IAB (2019).

Daten Schaubild 16 zum Download

Die Gefahr, durch den technischen Fortschritt seinen Arbeitsplatz zu verlieren, nimmt bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Hauptschulabschluss oder ohne abgeschlossene Berufsausbildung zu. Während Nordrhein-Westfalen im Bundesländervergleich einen niedrigen Anteil von Schulabgängerinnen und -abgängern ohne Hauptschulabschluss hat, weist das Land im Jahr 2020 bei Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung den zweitschlechtesten Wert nach Bremen auf (Schaubild 17).

Schaubild 17: Anteil der Beschäftigten am Wohnort ohne Berufsabschluss, 2020, in %, und Veränderung gegenüber 2012, in %-Punkten

Quelle: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach ausgewählten Merkmalen (Quartalszahlen) - Deutschland, Länder und Kreise, Stichtag: 30. Juni 2020.

Daten Schaubild 17 zum Download

Weitere Befunde zu Status und Mobilität von Humankapital in Nordrhein-Westfalen finden sich in Abschnitt 3

Wissenstransfer Wissenschaft-Wirtschaft

In Nordrhein-Westfalen forschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen intensiv in erfolgversprechenden Zukunftstechnologien. Das Land ist gekennzeichnet durch viele Hochschulausgründungen und gründungsstarke Fachhochschulen. Sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen gibt es einen überdurchschnittlichen Anteil forschungsintensiver Gründungen. Eine Schwäche ist die insgesamt verbesserungsfähige Gründerkultur an den Hochschulen. 

Die wichtigsten Hürden für Kooperationen der Hochschulen liegen in Nordrhein-Westfalen wie deutschlandweit in bürokratischen Hürden auf Seiten der eigenen Organisation, einer mangelhaften Ressourcenausstattung sowie einer hohen Lehrverpflichtung. Im Vergleich zu den Hochschulen zeigt sich bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein weniger einheitliches Bild: Die drei wichtigsten Hemmnisse für FuE- Kooperation an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen sind eine zu geringe staatliche Förderung, eine mangelhafte Ausstattung mit Ressourcen und der Aufwand bzw. die Kosten der Zusammenarbeit.

Das Gründungsradar des Stifterverbandes erfasste im Jahr 2019 fast 1.800 Ausgründungen in Deutschland, davon ca. 300 in Nordrhein-Westfalen. Das entspricht 8 Ausgründungen pro 10.000 Studierende (Schaubild 18). Damit ist die absolute Zahl an Gründungen zwar höher als in Bayern und Baden-Württemberg, bezogen auf je 10.000 Studierende ist die Anzahl der Hochschulausgründungen allerdings geringer. Die deutschlandweite Befragung von Hochschullehrenden (RWI-CEIT-Hochschulbefragung) zeigt an den Hochschulen einen rückläufigen Bundestrend bei den Gründungen auf. Entgegen dem allgemeinen Bundestrend hat sich aber bei den Fachhochschulen speziell in Nordrhein-Westfalen eine positive Entwicklung angedeutet. Bei den Universitäten gab es Hinweise auf eine relativ bessere Entwicklung als im Bundestrend, obwohl die Zahl der Gründungen zurückgegangen ist.

Schaubild 18: Anzahl Ausgründungen absolut und im Verhältnis zur Studierendenschaft nach Bundesländergruppen 2018

Quelle: Eigene Darstellung nach Angaben des Gründungsradars (SV Wissenschaftsstatistik 2019).

Daten Schaubild 18 zum Download

Damit Gründungen zu regionaler Beschäftigung beitragen können, müssen sie im Bundesland der Hochschule bzw. Forschungseinrichtung stattfinden. Generell finden viele Gründungen innerhalb des jeweiligen Bundeslandes statt. Bei den Flächenländern liegt dieser Anteil bei über 70%, lediglich die Fachhochschulen in Bayern sind mit 64,3% hier eine Ausnahme (Schaubild 19). Der Anteil der Hochschulausgründungen aus Universitäten in Nordrhein-Westfalen, der im Bundesland stattfindet, liegt geringfügig über dem Bundesdurchschnitt. Bezogen auf die Fachhochschulen und Institute ist der Regionalbezug der Gründungen sogar deutlich höher als der Bundesdurchschnitt.

Schaubild 19: Anteil der Gründungen an Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen, die sich innerhalb des Bundeslandes ansiedeln

Quelle: RWI-CEIT-Hochschul- und Institutsbefragung 2019/2020. – N = 443 (Uni), N = 278 (FH), N = 66 (Institute).

Daten Schaubild 19 zum Download

Weitere Informationen zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft finden Sie in Kapitel 4 des Innovationsbericht

RWI Logo Ceit Logo Stifterverband Logo ZEW Logo